12.04.2021
Nachwuchsleistungszentrum

Zwischen Verwirklichung und Vernunft

Fußballprofi werden. Ein weitverbreitetes, realistisch betrachtet aber eher unwahrscheinliches Ziel. In einer Themenwoche richten wir deshalb den Fokus auf die (Aus-)Bildungsarbeit im Leistungszentrum.

Es ist der Traum unzähliger fußballbegeisterter Kinder und Jugendlicher: Als Profi auf dem Platz zu stehen, in der Bundesliga auflaufen und berühmt zu sein, das Hobby zum Beruf gemacht zu haben und ganz nebenbei noch gutes Geld zu verdienen. Nein, Kindern sollten Träume wie dieser sicher nicht grundsätzlich ausgeredet werden. Und doch sollte ihnen die ungeschminkte Realität nicht verschwiegen werden. Denn dieses Wunschdenken ist, so schön es auch klingen mag, vor allem eines: verhältnismäßig unwahrscheinlich. Einer Studie zufolge stehen nur etwa 3,5 Prozent der Jugendlichen, die seit der Saison 2010/11 die U19-Teams der 56 aktuellen Klubs von der Bundesliga bis zur 3. Liga durchlaufen haben, heute im Kader eines Bundesligisten oder eines Erstligisten in Spanien, Italien, Frankreich oder England.  

„Alles auf eine Karte setzen“, sprich: den vollen Fokus auf den Fußball legen und alles andere außer Acht lassen. Mit dieser Herangehensweise sind freilich schon einige Spieler zum Profi geworden. Jedoch zeigt sich immer wieder: Talent, Wille und Ehrgeiz allein reichen nicht. Auch unbeeinflussbare Faktoren, wie beispielsweise schwere Verletzungen, können Karrieren beenden, noch bevor sie richtig starten. Außerdem ist oft auch der richtige Förderer zur richtigen Zeit ein Glücksmoment, der benötigt wird. Dass die beschriebene Herangehensweise, gerade in Zusammenhang mit oben genannter Statistik, die richtige ist, darf demnach bezweifelt werden. Und genau hier setzt das Leistungszentrum von Eintracht Frankfurt an.

Der berühmte „Plan B“

Es soll eben nicht nur darum gehen, alles auf die Karte Fußball zu setzen und nach Eintreten des wahrscheinlicheren Falls, den Sprung in den Profifußball eben nicht geschafft zu haben, ohne Perspektive dazustehen. Genau das will das Leistungszentrum – neben der bestmöglichen fußballerischen Ausbildung – schaffen: schulische und berufliche Perspektiven. Kernziel ist zunächst die bestmögliche Koordination zwischen Leistungsfußball auf höchster Ebene und schulischer Ausbildung. Mit fortschreitendem Alter der Spieler soll im zweiten Schritt dabei geholfen werden, eine erste berufliche Orientierung zu wagen. In welche Branche könnte ich mich bewegen, wenn es mit dem Fußball nicht klappt? Fange ich eine Ausbildung, oder gar ein Studium, an? Fragen, mit denen sich Heranwachsende früher oder später beschäftigen müssen.

Das Leistungszentrum hilft ihnen dabei. Zum einen ganz persönlich durch Mitarbeiter innerhalb der pädagogischen Abteilung selbst, die erst kürzlich um einen festangestellten Mitarbeiter erweitert wurde. Zum anderen sind wirkungsvolle Kooperationen mit Schulen und weiteren Einrichtungen eine ebenso große Stütze auf der Suche nach dem zweiten Standbein. Auch darauf gehen wir in kommenden Tagen näher ein.

Drei Säulen, ein Ziel

Grundsätzlich ist im Leistungszentrum von einem Drei-Säulen-Prinzip die Rede. Denn neben der fußballerischen und der schulischen beziehungsweise beruflichen Ausbildung ist die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Einzelnen von großer Bedeutung. Das Leistungszentrum gibt letztlich „nur“ die Hilfestellung dabei, aus den beiden Ebenen Fußball und Schule das Maximum herauszuholen. Inwiefern ein Spieler dies annimmt und umsetzt, liegt in dessen eigener Hand. Das Ziel ist, dass die Spieler, die aus dem Juniorenbereich ausscheiden und demnach das Leistungszentrum verlassen, einen klaren Plan von ihrem weiteren Werdegang haben – unabhängig davon, ob der Profifußball weiterhin eine Option ist, oder ein völlig neuer Weg eingeschlagen werden soll. Von letzterer Sorte gibt es übrigens auch einige ehemalige Adlerträger, die wir euch in den kommenden Tagen vorstellen werden.

Bei der Eintracht Karriere machen

Doch in unserer Themenwoche rund um das Thema (Aus-)Bildung soll es nicht ausschließlich um Fußball und das Leistungszentrum gehen. Das würde einem Verein, dessen Hauptsponsor Indeed mit 250 Millionen monatlichen Besuchern die größte Jobsuchmaschine der Welt ist, nicht gerecht werden. Denn bei der Eintracht kann man auch Karriere machen, wenn man mit Fußball nicht viel zu tun hat. Praktika oder Freiwillige Soziale Jahre sind beispielsweise auch in der Turnabteilung möglich, wir blicken hinter die Kulissen. All diese Möglichkeiten beweisen einmal mehr: Eintracht Frankfurt – ein Verein, über 50 Sportarten und unzählig viele Möglichkeiten.

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