Für das Duell in der schwäbischen Alb veränderte Trainer Kristjan Glibo seine Auftsellung im Vergleich zum 1:0-Heimsieg am vergangenen Samstag gegen den VfR Aalen auf insgesamt zwei Positionen. Nach seiner Verletzungspause übernahm Daniel Dejanovic wieder das Kapitänsamt auf dem Platz und rotierte für Bonianga in die Startelf. Weiterhin stürmte Futkeu anstelle von Cassaniti und sollte zusammen mit Nacho für die nötige Torgefahr in der Balinger BIZERBA-Arena sorgen.
Nach dem erfolgreichen und dominanten Heimauftritt gegen den VfR Aalen wollte die bereits tags zuvor angereiste Eintracht in den weißen Auswärtsjerseys dort weitermachen, wo sie zuletzt in Dreieich aufgehört hatte. Es waren gerade einmal drei Minuten auf der Uhr, da suchte Bookjans mit einer Freistoßflanke den im Strafraum lauernden Nacho, dessen Kopfball kein Problem für Binanzer darstellte (3.). Die Adlerträger kamen vor allem über Standards in der Anfangsphase zu Abschlussaktionen. Nach einem von Futkeu erzwungenen Handspiel in der Balinger Hintermannschaft nahm sich Bookjans dem Freistoß aus rund 20 Metern zentraler Position an, setzte seinen Schuss aber deutlich über das Tor (9.). Die Eintracht blieb am Drücker: Ein Stockfehler in der Balinger Vorwärtsbewegung wurde zum Bumerang und Futkeu lief in aussichtsreicher Position auf Binanzer zu. Im Strafraum angekommen fackelte der U21-Stürmer nicht lange und nagelte das Spielgerät an den Querbalken - um Haaresbreite an der Eintracht-Führung vorbei (13.). Auch die in roten Trikots gekleidete TSG versteckte sich nicht, scheiterte aber oftmals am letzten entscheidenden Pass.
Balingen geht mit der ersten Chance in Führung
Vier Zeigerumdrehungen später sollte der letzte Pass aber gelingen und die Gastgeber in Führung bringen. Nach einem Steckpass aus dem Halbfeld suchte Bader den Abschluss aufs Tor. Seinen missglückten Abschluss konnte Santos nur in die Mitte abwehren, wo Almeida Morais einschussbereit lauerte und das Spielgerät zur Balinger Führung über die Linie schob - 1:0 für die Hausherren (17.). Doch die U21 der Frankfurter Eintracht zeigte sich alles andere als geschockt. Erneut war es Futkeu, der im Sechzehner abschloss und Binanzer zu einer sehenswerten Parade zwang (18.). Balingen machte im Spielaufbau Fehler, doch die Jungadler nutzten sie zu diesem Zeitpunkt der Partie nicht: Wieder hieß Binanzer der Sieger als Nacho alleine auf den TSG-Schlussmann zustürmte (19.). Neun Zeigerumdrehungen später vergab Futkeu die nächste hundertprozentige Gelegenheit zum Eintracht-Tor und wieder sollte sich Binanzer als der große Retter auszeichnen. Einen zu kurz gespielten Rückpass von Ramser auf Binanzer erlief der U21-Stürmer und fand sich mit ausreichend Zeit alleine vor dem TSG-Torwart wieder, doch im Versuch das Spielgerät am Torhüter vorbeizulegen fischte Balingens Nummer 1 Futkeu den Ball vom Fuß und vereitelte die Großchance (28.).
Nach der Führung spielte sich die Partie vorwiegend in der Balinger Hälfte ab. Bookjans tankte sich auf der rechten Seite bis an die Grundlinie durch und schloss aus spitzem Winkel ab. Für Binanzer stellte der Abschluss jedoch keine Hürde dar (37.). Das Tor fehlte, doch das Spiel sprach in der ersten Hälfte klar für die Adlerträger. Auch die nächste Aktion gehörte den Gästen aus der Bankenmetropole, die beim Abschluss häufig zu überhastet agierten. Bookjans trieb die Kugel auf der linken Seite an und sah im Rückraum den mitlaufenden Kolbe, der die Kugel direkt nahm, aber deutlich am Tor vorbeizielte (45.). Es sollte die letzte Gelegenheit im ersten Durchgang gewesen sein. Kurz darauf bat Schiedsrichter Maier beide Mannschaften in die Kabine.
Zur Pause wechselte Glibo und brachte mit Bonianga für Gebuhr und Raebiger für Nacho zwei frische Kräfte. Dem Frankfurter Druck auf das Balinger Gehäuse sollten diese Maßnahmen keinerlei Abbruch tun. Erst schoss Brauburger einen zu kurz abgewehrten Ball in Folge eines Freistoßes knapp vorbei (49.), dann blieb Bonianga an einem gegnerischen Abwehrbein hängen (50.), ehe Bookjans aus rund 20 Metern zentraler Position deutlich verzog (51.). Inzwischen hatte Regen auf der schwäbischen Alb eingesetzt, der sowohl den Rasen als auch die Kunststoffkugel rutschig machte.
Bookjans und Brauburger drehen die Partie
Nach knapp einer gespielten Stunde wurde dann die TSG vor dem Frankfurter Gehäuse vorstellig, ließ die Präzision in ihren Abschlüssen jedoch vermissen. Auf der anderen Seite war die U21 nach der Vielzahl an vergebenen Gelegenheiten endlich erfolgreicher. Nach einem Pass aus dem Halfeld wurde Futkeu von seinem Gegenspieler Awortwie-Grant im Strafraum umgerissen, sodass Schiedsrichter Maier keine andere Möglichkeit blieb als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Bookjans nahm sich dem Strafstoß an, scheiterte mit seinem flachen Schuss in die Tormitte aber am ausgestreckten Bein von Binanzer. Vom Bein des Torhüters flog das Spielgerät erneut Bookjans vor die Füße, der die Kugel mitnahm und mit dem kompletten Körper zum 1:1-Ausgleich über die Linie drückte. Ein erkämpfter, aber mehr als verdienter Ausgleich für die Adlerträger (60.). Auf dem Platz wurde es hitziger und die U21 der Frankfurter Eintracht schlug nun eiskalt zu. Einen Pass von Raebiger aus dem Halbfeld erlief sich Futkeu, der mit seinem Flachschuss zunächst am Fuß des stark reagierenden Binanzer scheiterte. Der Nachschuss fiel Brauburger vor die Füße, der dann keine Mühen hatte, das Spielgerät flach in das verwaiste Tor einzuschieben - 2:1-Führung für die Eintracht (66.).
Balingen erzwingt den Ausgleich
Auf der Gegenseite reagierte die TSG Balingen nun aggressiver. Bader kam aus rund elf Metern halblinker Position zum Abschluss, fand jedoch in Santos seinen Meister, der mit einem starken Reflex noch den Arm nach oben riss (68.). Nun waren die Mannen aus der schwäbischen Alb vor gut 700 Zuschauern in der BIZERBA-Arena näher dran am erneuten Ausgleich. Ein Kopfball des kurz zuvor eingewechselten Seeger flog jedoch knapp am Tor vorbei (73.). Frankfurt sorgte für etwas Entlastung. Kolbes Pass auf Futkeu legte dieser zurück auf den einlaufenden Raebiger, der Binanzer direkt in die Arme schoss (81.). Der Tabellen-Sechzehnte blieb jedoch weiter auf dem Gaspedal und kam zum Ausgleich. Nach einer Ecke war es schließlich Kapitän Schmitz, der die Kunststoffkugel aus kurzer Distanz im Tor unterbringen sollte. Großer Jubel bei der Mehrheit der Zuschauer im Stadion - 2:2 (83.).
Futkeu stellt Führung wieder her
Doch die U21 der Frankfurter Eintracht hatte noch einen: Bookjans tankte sich an der linken Strafraumkante durch, hebelte mit einem Querpass Binanzer und Ramser aus und Noel Futkeu musste am zweiten Pfosten nur noch einschieben - die erneute U21-Führung kurz vor Schluss (86.). Balingen kämpfte und sollte die erneute Chance zum Ausgleich erhalten. Nach einem Freistoß stieg erneut Schmitz am höchsten und köpfte das Spielgerät aufs U21-Tor, doch Santos war auf dem Posten (90.). Die letzte Möglichkeit hatte Vochatzer in der Nachspielzeit, doch sein Abschluss flog knapp links am Tor vorbei (90.).
Es sollte die letzte Gelegenheit in einer munteren Partie gewesen sein. Dank dreier Tore von Bookjans, Brauburger und Futkeu kämpft sich die U21 der Frankfurter Eintracht in die Partie zurück und siegt am Ende mit dem fünften Sieg in Folge auf der schwäbischen Alb verdient mit 3:2 (0:1). Zum Abschluss der englischen Woche ist die U21 der Eintracht am kommenden Sonntag, den 7. April 2024 wieder auswärts gefordert. Um 12 Uhr gastieren die Jungadler dann zum Spitzenspiel des 28. Spieltags im Dietmar-Hopp-Stadion bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim.
TSG Balingen - Eintracht Frankfurt U21 2:3 (1:0)
Balingen: Binanzer - Eisele, Griebsch, Vochatzer, Almeida Morais, Schneider (73. Seeger), Awortwie-Grant, Bader (73. Pilic), Ramser, Schmitz, Eroglu (63. Ferdinand)
Eintracht: Santos - Baum, Kolbe, Gebuhr (46. Bonianga), Dejanovic (80. Cassaniti), Nacho (46. Raebiger), Brauburger, Crljenec, Futkeu (90. Starodid), Müller, Bookjans (88. Inaka Kuki)
Tore:
1:0 Pedro Almeida Morais (17.)
1:1 Jakob Bookjans (60.)
1:2 Maximilian Brauburger (66.)
2:2 Matthias Schmitz (83.)
2:3 Noel Futkeu (86.)
Bes. Vorkommnis: Binanzer hält Foulelfmeter von Bookjans (60.)