10.06.2021
U19

Spielpraxis als höchstes Gut

Besonders hart traf die komplizierte Spielzeit den älteren U19-Jahrgang. Testspiele entwickelten sich in der zweiten Saisonhälfte zur wertvollen Liga-Alternative.

Wie bei den drei anderen Leistungsteams gab es auch beim ältesten Eintracht-Nachwuchs vor Saisonbeginn Bewegung auf der Trainerbank. Mitte Juli des vergangenen Jahres stand fest: Jürgen Kramny wird den Posten des Cheftrainers bekleiden und gemeinsam mit Andreas Ibertsberger, der ein Jahr zuvor am Riederwald anheuerte, ein höchst kompetentes Trainerteam bilden. Gemeinsam sollten die Ziele verfolgt werden, einerseits eine erfolgreiche Saison in der A-Junioren Bundesliga Süd/Südwest zu absolvieren und andererseits den Spielern des älteren Jahrgangs einen reibungslosen Übergang in den Herrenbereich zu ermöglichen. Dass das Erreichen dieser Ziele nur in geringem Maße möglich sein würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner erahnen.

Nach überstandenem ersten Pandemie-Lockdown kehrten die Adlerträger im Sommer des vergangenen Jahres nämlich zunächst hochmotiviert auf den Trainingsplatz zurück und auch Kramny blickte dem Saisonstart mit Vorfreude entgegen. „Zunächst einmal habe ich mich total darüber gefreut, die U19 der Eintracht übernehmen zu dürfen. Die ersten Trainingswochen haben wir dazu genutzt, uns kennenzulernen und miteinander vertraut zu machen“, erinnert sich Kramny. Besonders wichtig sei in dieser Zeit das Trainingslager im holländischen Arnheim gewesen. „Dort haben wir es geschafft, uns zu einer Einheit zu entwickeln, was angesichts des Hammer-Auftakts in der Liga auch notwendig war“, so der U19-Trainer.

Mit dem VfB Stuttgart und dem 1. FSV Mainz 05 erwischten die Riederwälder zu Saisonbeginn wahrlich zwei der wohl härtesten Brocken. Die Spielverläufe beider Partien ähnelten sich – und nahmen aus Eintracht-Sicht kein erfreuliches Ende. Auf Augenhöge mit beiden Gegnern agierend, gelang es den Jungadlern nicht, aus den sich bietenden Möglichkeiten Profit zu schlagen. So unterlag man in beiden Spielen unglücklich 0:2. Es folgte an Spieltag drei das Duell mit dem Liganeuling Astoria Walldorf, das die A-Junioren in fulminanter Art und Weise gewinnen konnten. Nach einer kalten Dusche direkt nach Anpfiff drehten die Kramny-Schützlinge auf und den 0:1-Rückstand in einen 5:1-Sieg. Auch gegen die TSG Hoffenheim in der Folgewoche sah es lange nach einem Dreier aus, aber aus dem Nichts schlugen die Kraichgauer in der zweiten Hälfte doppelt zu, drehten die Partie zu einem 1:2 und verließen den Rasen im Riederwaldstadion als Sieger.

„Dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen, wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft“, erinnert sich Kramny. So stand nach wenig aussagekräftigen vier Spieltagen eine Bilanz von drei Punkten zu Buche. Logisch, dass die Riederwälder gerne weitergemacht hätten, um nicht nur die Statistik aufzupolieren, sondern sich auch weiterhin auf höchstem Niveau messen zu können. „Die Saisonunterbrechung hat uns, beziehungsweise in erster Linie die Spieler, hart getroffen. Es war nicht einfach, vor allem nicht aus organisatorischer Sicht“, so der 49-Jährige und ergänzt: „Wir waren natürlich dankbar, dass wir mit Ausnahme weniger Wochen bis zum Frühjahr trainieren durften, aber für die Jungs des älteren Jahrgangs haben Spiele einfach einen höheren Wert.“

Es ging vordergründig darum, Spielzeiten gerecht zu verteilen und jedem die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren.

Jürgen Kramny

Kramny, der den Übergangsbereich als sein Steckenpferd bezeichnet, merkt an: „Sie müssen sich ja schließlich beweisen. Ob für die Eintracht-Profis oder einen anderen Verein.“ So nahmen die A-Junioren im März erfreut zur Kenntnis, dass zumindest Testspiele wieder im Bereich des Möglichen waren. Gleichzeitig wurde dadurch die Trainingsmotivation noch einmal deutlich angehoben, schließlich wollten sich die Riederwälder in den Testpartien stets von ihrer besten Seite zeigen. Die Resultate fielen durchaus wechselhaft aus, doch diese hatten ohnehin nicht oberste Priorität. „Natürlich will man jedes Spiel gewinnen, ob Liga- oder Testspiel. Es ging aber vordergründig darum, Spielzeiten gerecht zu verteilen und jedem die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren“, erklärt Kramny.

„Das Beste daraus gemacht“  

Aus Sicht des Trainers sei dies auch gelungen. „Ich denke, wir haben den älteren Jungs im Rahmen der Möglichkeiten einen fairen Übergang geboten. Jeder hatte die Chance, Einsatzminuten zu sammeln und darüber hinaus am Mannschaftstraining der neuen U19 teilzunehmen, um auch im Anschluss an das letzte Testspiel fit zu bleiben. Insofern haben wir, meiner Meinung nach, das Beste daraus gemacht“, so das Fazit Kramnys.

Mit Blick auf die anstehende Saison 2021/22 hat sich das älteste Ausbildungsteam bereits Mitte Mai in seiner neuen Konstellation zusammengefunden. Die U19-Spieler des jüngeren Jahrgangs wurden ergänzt durch die U17-Adler, die zu den A-Junioren aufstiegen. In gerade einmal drei Wochen hinterließen die Adlerträger einen so guten Eindruck, dass Kramny den Start der Vorbereitung Ende Juni kaum mehr erwarten kann: „Man merkt, dass die Mannschaft schon jetzt eine homogene Truppe ist, das hat bis hierhin echt Spaß gemacht. Wir freuen uns auf die vor uns liegende Spielzeit und wünschen uns natürlich, dass wir in der Liga nun mehr Spieltage nur Verfügung haben werden als in der abgelaufenen Saison, um zu beweisen, was in uns steckt.“

Die Ligabilanz im Überblick:

  • Wettbewerb: A-Junioren Bundesliga Süd/Südwest
  • Siege: 1
  • Remis: 0
  • Niederlagen: 3
  • Punkte: 3
  • Tore: 6:7
  • Tabellenplatz: 13
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