Die Zahlen zum Saisonende sprechen für sich. Bestes Heim- und bestes Auswärtsteam, torreichste Offensive sowie sicherste Defensive, punktestärkste Hin- sowie Rückrundenmannschaft. Konnte der zweitplatzierte FC Eddersheim im ersten Saisonhalbjahr noch mitziehen, war es spätestens nach der Jahreswende ein einsamer Sprint in Richtung Ziellinie für die Mannschaft von Cheftrainer Dennis Schmitt.
Sogar der Punkterekord der LOTTO Hessenliga konnte mit dem abschließenden Sieg beim CSC 03 Kassel geknackt werden. 90 Punkte nach 34 Spieltagen haben die Adlerträger im Hessenliga-Endklassement auf ihrem Konto – das entspricht einem Punkteschnitt von 2,65 pro Partie. Zum Vergleich: In der Aufstiegssaison 2022/23 holten die Adlerträger 89 Punkte, allerdings aufgrund des größeren Teilnehmerfeldes in 38 Saisonspielen (Punkteschnitt: 2,34). Ebenfalls beeindruckend: durch die sieben erzielten Treffer beim abschließenden Sieg in Kassel knackten die Jungadler gar die 100-Tore-Marke – Punktlandung!
Neuer Kader, selbe Ausrichtung
Doch eine solche Saison war nicht unbedingt erwartbar. Nur rund ein Drittel des Kaders der vergangenen Saison trat den Gang in die Hessenliga mit an, ergänzt wurde die Mannschaft durch aufrückende Talente aus der eigenen U19 sowie externe Neuzugänge. Mit Benjamin Kirchhoff, gebürtiger Frankfurter und bereits in der Jugend Adlerträger, Nico Ochojski (zuvor SSV Jahn Regensburg), Lukas Sonnenwald (Bahlinger SC) und Jeremiaha Maluze (Rot-Weiß Erfurt) konnten wichtige Eckpfeiler verpflichtet werden, die der jüngsten Mannschaft der Liga Mannschaft (21,1 Jahre) im weiteren Verlauf Struktur, Organisation und Sicherheit verleihen sollten.
Das Kollektiv war entscheidend.
Dennis Schmitt
Ein generelles Umdenken in der Ausrichtung des ältesten Ausbildungsjahrgangs sollten diese Verpflichtungen aber nicht bedeuten: Mit Amil Siljevic, Ebu Bekir Is, Marvin Dills, Alessandro Gaul Souza und Nilo Neuendorff standen fünf potenzielle U19-Spieler vom Sommer an fest im U21-Aufgebot. Alexander Staff und Winterneuzugang Keito Kumashiro wurden zur zweiten Saisonhälfte in den Kader integriert. Sie alle gehören dem 2007er- bzw. 2008er-Jarhgang an. Es zeigt: Priorität hatte auch in dieser Spielzeit nicht in erster Linie der Tabellenstand, sondern die bestmögliche Ausbildung der Talente.
Furiose Serie nach Ausrutscher
Aus sportlicher Sicht war über die gesamte Saison hinweg kaum ein Haar in der Suppe zu finden. Da gab es einen Ausrutscher in Waldgirmes Ende August (0:2), der allerdings postwendend korrigiert werden konnte. Jene Niederlage bezeichnete Cheftrainer Dennis Schmitt hinterher als „Schlüsselmoment“, in dessen Folge man an ein paar Stellschrauben drehte. Die Anpassungen griffen direkt – und die Jungadler starteten eine Serie von 22 Spielen in Folge ohne Niederlage.
Darüber hinaus gelang der Schmitt-Elf ein Wahnsinns-Lauf von 13 Saisonsiegen am Stück – auch das ist, wenig überraschend, Saisonbestwert. Auch das Comeback am ersten Spieltag gegen Rot-Weiß Walldorf (4:2), der späte Sieg in Pohlheim (3:2) oder der hohe Sieg über Mitfavorit Gießen (7:0) seien laut Schmitt besondere Momente gewesen, durch die das Team mehr und mehr zusammenwuchs und einen besonderen Spirit entwickelte.
Dieser Zusammenhalt, diese Mentalität und dieser Teamgeist – für Schmitt der entscheidende Faktor für diese Saison der Superlative: „Das Kollektiv war entscheidend. Die gesamte Mannschaft hat sich in allen fußballerischen Bereichen entwickelt. Wenn man über einen so langen Zeitraum so viele Siege holt, so dominant spielt, dann ist das eine sehr gute Leistung.“
Ausbildungsgedanken nicht vernachlässigt
Sportlicher Erfolg gepaart mit der bestmöglichen Ausbildung, Spielzeitenverteilung und dem Heranführen junger Talente. Ein Wunschszenario, das in der Praxis nicht immer leicht umzusetzen ist. Und doch belegen die Statistiken, dass man auch in der Hessenliga und trotz einer gewissen Erwartungshaltung hinsichtlich der Ergebnisse den „Frankfurter Weg“ nicht verlassen hat. Im Gegenteil: insgesamt 32 Spieler setzte Cheftrainer Dennis Schmitt ein, mehr als die Hälfte davon hat auch nach Ablauf der Saison das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet. Unter den zehn jüngsten eingesetzten Akteuren der Saison befinden sich mit Ebu Bekir Is, Marcello Bouvier, Alexander Staff, Niklas Scheller, Pusat Ay, Nilo Neuendorff und Johannes Voett gleich sieben (!) Eintrachtler.
Zehn Spieler feierten darüber hinaus jeweils ihr Pflichtspiel-Debüt im Herrenbereich. Apropos Debüt: Unvergessen bleiben auch die Premiereneinsätze von Alexander Staff (Qarabağ) und Marvin Dills (Tottenham Hotspur) in der UEFA Champions League Januar. Auch gelang es, mehreren Spieler den nachhaltigen Weg in Profifußball zu ebnen: Torjäger Daniel Starodid, mit 23 Treffern und acht Vorlagen bester Torschütze der Jungadler, schließt sich zur neuen Saison 2026/27 dem Drittligisten Alemannia Aachen an. Damit folgt er übrigens seinen ehemaligen Teamkollegen Mehdi Loune und Joel da Silva Kiala, die sich bei der Alemannia bereits zu unverzichtbaren Eckpfeilern etablieren konnten. Kaan İnanoğlu, der seit dem Winter leihweise für den FC 08 Homburg in der Regionalliga Südwest auflief, wechselt zur neuen Spielzeit zum FC Dynamo Dresden. In der 2. Bundesliga wird er dann auch auf Fousseny Doumbia treffen, der eine Leihe beim FC Energie Cottbus antritt. Der Frankfurter Weg schreibt also weiter seine Erfolgsgeschichten.






