10.04.2021
Nachwuchsleistungszentrum

Nicht mit- und nicht ohneeinander

Geschwister gibt es bei der Eintracht reichlich, allein in den Teams des Leistungszentrums tummeln sich einige Brüderpaare. Am „Tag der Geschwister 2021“ stellen wir euch eines davon genauer vor.

Sie petzen bei den Eltern, schnappen sich das letzte Eis aus dem Kühlschrank oder gehen einem auch mal gehörig auf die Nerven. Niemand ist so ehrlich und spricht auch unangenehme Wahrheiten aus, mit niemandem ist aber gleichzeitig die Verbundenheit so stark. Die Rede ist von den eigenen Geschwistern. Zakaria und Anas Marjane sind Brüder und Spieler aus dem Leistungszentrum von Eintracht Frankfurt, bei denen all das ebenfalls zutrifft. Reibereien auf der einen, gemeinsame Unternehmungslust auf der anderen Seite. Und natürlich die größte Gemeinsamkeit: die Liebe zum Fußball.

Während „Zaka“, wie er am Riederwald oftmals gerufen wird, derzeit in der U16 spielt, steht Anas für die U13 auf dem Rasen. Zur Eintracht gekommen sind die Brüder sogar zur gleichen Saison, daran können sie sich noch gut erinnern: „Ich war damals in meinem Zimmer und meine Eltern haben mich gerufen. Als ich unten bei ihnen war, haben sie mir es verraten“, sagt Zaka. Anas knüpft an: „Bei mir war es ähnlich. Meine Mutter hat mich von der Schule abgeholt und mir im Auto zunächst nur gesagt, dass es Interesse von einem Verein gibt. Erst zu Hause haben meine Eltern verraten, von welchem Verein.“

Auf diese Nachricht reagierten beide ähnlich. „Wir haben das am Anfang gar nicht wirklich realisiert“, sagt Zaka. Anas ergänzt: „Wir waren dann so aufgeregt, dass wir beide uns die ganzen nächsten Wochen lang Videos der Eintracht angesehen haben.“ Beide lachen. Aber wie kam es eigentlich dazu, dass die beiden Talente auf sich aufmerksam machten? Während Zaka vor seinem Wechsel an den Riederwald für den FSV Frankfurt auflief und der Eintracht oftmals gegenüberstand, streifte sich Anas das Trikot des FC Hanau 93 über. Beide machten bei verschiedenen Turnierwettbewerben mit überzeugenden Leistungen von sich reden. „Bei einem Turnier in der U12 habe ich ein cooles Fallrückzieher-Tor gemacht, vielleicht hat das auch einen Ausschlag gegeben“, merkt Zaka an, während Anas anfängt zu grinsen und leicht die Augen verdreht, als wolle er sagen: „War klar, dass du das Tor erwähnen musstest.“ Er verkneift sich die Bemerkung.

Das ist natürlich ein Vorteil daran, einen Bruder zu haben. Man hat immer einen Trainingspartner.

Zakaria Marjane

Seit der Spielzeit 2017/18 tragen beide also den Adler auf der Brust. Seither haben die beiden Hanauer viel mit der Eintracht erlebt. Während sich Anas besonders gerne die weiten Turnierreisen mit Übernachtungen erinnert, blickt Zaka am liebsten auf seine Zeit in der U15 zurück, als er in der C-Junioren Regionalliga unter anderem gegen Hoffenheim, Stuttgart und Freiburg antreten durfte. Aktuell heißt es für beide eher hoffen und bangen, dass sie überhaupt auf dem Platz stehen dürfen. „Die ersten Wochen und Monate der Pandemie waren schon hart für uns, vor allem, als wir nicht mal mehr trainieren konnten“, sagt Anas. „Wir haben uns gemeinsam fit gehalten und beispielsweise auf dem Bolzplatz gekickt“, ergänzt Zaka. Der 15-Jährige fährt fort: „Das ist natürlich ein Vorteil daran, einen Bruder zu haben. Man hat immer einen Trainingspartner.“

Wenn Zaka mal nichts zu tun hat, schon trainiert und gelernt hat, dann kommt er zu mir rüber und nervt mich so lange, bis er Ärger bekommt.

Anas Marjane

Ob es auch Nachteile gibt? „Ja“, grinst Anas, „die gibt es auch. Mit der Zeit hat das nicht mehr so gut geklappt mit dem gemeinsamen Training, weil wir beide das Mannschaftstraining vermisst haben. Dann gab es des Öfteren Streitereien“, so der 12-Jährige. Das sei aber ganz normal unter Brüdern, merkt er an. Grundsätzlich, so sind sich Zaka und Anas einig, sei das Verhältnis untereinander sehr gut. „Wir sind füreinander da, unterstützen uns und unternehmen auch viel zusammen“, so Zaka. Anas stimmt zu, verrät aber auch: „Wenn Zaka mal nichts zu tun hat, schon trainiert und gelernt hat, dann kommt er zu mir rüber und nervt mich so lange, bis er Ärger bekommt.“ Beide lachen. Aber mal ehrlich: Welches Geschwisterpaar kennt diese Situation nicht? Manchmal geht es eben nicht mit- aber auch nicht ohneeinander.

Über allem steht ohnehin die größte Leidenschaft der Familie: der Fußball. Diese Liebe haben die beiden von Vater Youssef in die Wiege gelegt bekommen. Und diese geben sie nun weiter an ihren jüngsten Bruder, erst sieben Jahre alt, aber schon genauso fußballverrückt. Und: erst neulich gab es weiteren Zuwachs im Hause Marjane, vor zwei Monaten hat das kleine Schwesterchen das Licht der Welt erblickt, um die sich auch Zaka und Anas liebevoll kümmern. So bleibt der diesjährige Tag der Geschwister bei den beiden wohl in besonderer Erinnerung.

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