24.05.2021
U19

Aufstrebender Jungadler

Im Nachwuchsleistungszentrum am Riederwald werden junge Adler flügge – so wie Lars Kleiner, der kommende Saison seine sechste Spielzeit im Eintracht-Dress absolviert. Wir haben ihn unter die Lupe genommen.

Seit 2016 schnürt Lars Kleiner für Eintracht Frankfurt seine Fußballschuhe. Gerade erst den Sprung in das älteste Leistungsteam, die U19, vollzogen, blickt der Flügelflitzer voller Euphorie auf die anstehende Saison – und das, obwohl diese offiziell noch gar nicht gestartet ist. Mit seinem Selbstbewusstsein, seiner Reflektiertheit und nicht zuletzt seinem Werdegang ist der 16-Jährige so etwas wie der „Jungadler-Prototyp“: Aus der Region stammend, über den Adlertag, den Eintracht-Talenttag, zur U13 gestoßen und am Riederwald zu einem vielversprechenden Leistungsträger gereift.

Mit dem Fußballspielen angefangen hat der gebürtige Seligenstädter im Alter von fünf Jahren bei den Kickers. Obertshausen, wohlgemerkt, nicht Offenbach. Wobei auch der OFC eine nebensächliche Rolle in der Laufbahn des Nachwuchstalents einnimmt. Bei den Kickers Obertshausen steigerte sich der Rechtsverteidiger von Jahr zu Jahr, ehe er über Umwege in den Fokus der Eintracht rückte. „Eigentlich wurde einer meiner damaligen Teamkollegen beobachtet, aber durch meine Leistungen bin auch ich auf dem Scouting-Zettel gelandet“, erinnert sich Lars schmunzelnd. Es folgte ein erfolgreich absolvierter Adlertag, in dem er zu überzeugen wusste und sich so einen Platz im U13-Kader der Eintracht für die Saison 2016/17 sicherte.

„Traum in Erfüllung gegangen“

Als die Bestätigung kam, zur Eintracht wechseln zu dürfen, sei seine Freude riesengroß gewesen, erzählt Lars. Die Freude bei manch anderen Familienmitgliedern sei zunächst aber verhaltener ausgefallen. „Einige Familienmitglieder von der Seite meiner Mutter sind Anhänger von Kickers Offenbach. Sie haben mich gefragt, warum ich denn nicht dorthin wechsle“, sagt Lars und ergänzt: „Ich habe ihnen erklärt, dass es erstes nie ein Angebot des OFC gab und ich zweitens immer den Traum hatte, für die Eintracht zu spielen. Und dieser Traum ist damit in Erfüllung gegangen. Und bei aller Rivalität“, fügt das Talent hinzu, „gefreut haben sie sich natürlich trotzdem für mich. Das war alles mit einem Augenzwinkern versehen.“

Dass nicht nur dem OFC ein großes Talent durch die Lappen ging, beweist der dynamische Defensivspezialist seither von Jahr zu Jahr. Wobei er in seiner ersten Spielzeit am Riederwald noch mit etwas Ladehemmung agierte, wie er selbst zugibt: „Anfangs war ich noch sehr schüchtern und habe mich nicht so viel getraut, aus Angst davor, Fehler zu machen. Aber diese Angst ist recht schnell verflogen. Ich habe gelernt, dass man durchaus Fehler machen darf, vielleicht auch muss, um dazuzulernen.“ Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wuchs, eine stetige Weiterentwicklung des Jungadlers war und ist erkennbar. Honoriert wird das zum einen damit, dass der Leistungsträger in der Regel auch in den Startaufstellungen zu finden ist. In der zurückliegenden, abgebrochenen Saison in der B-Junioren Bundesliga Süd/Südwest kam er auf 326 von 400 möglichen Einsatzminuten und steuerte als nimmermüde Laufmaschine auf der gesamten rechten Seite ein Tor bei.

Zum anderen wird es honoriert mit lobenden Worten. Lars sei ein aufstrebender und vielversprechender Spieler, so Jürgen Kramny, der den 16-Jährigen erst kürzlich unter seine Fittiche nahm. Auch Kramny stellte den 1,76 Meter großen Rechtsverteidiger im ersten Testspiel der neuen U19 in die Anfangsformation – und so leistete auch er seinen Beitrag zu einem 3:1-Sieg gegen (ausgerechnet) Kickers Offenbach und einem vielversprechenden Start der neuen A-Junioren. Seinen ersten Scorerpunkt im ältesten Leistungsteam ließ Lars nur eine Woche später folgen: Beim 5:3-Testspielsieg bei der TSG Hoffenheim erzielte er den fünften Treffer der Jungadler und stellte so seinen Offensivdrang einmal mehr unter Beweis.

Es könnte für ihn also durchaus schlechter laufen, aber der jüngste Spieler im Kader der U19 weiß die Situation bodenständig einzuschätzen: „Natürlich freut es mich, wie es aktuell läuft. Aber ich weiß, dass ich weiter hart arbeiten muss und auch möchte, um an meinen Schwächen zu feilen.“ Die sehe der Rechtsfuß insbesondere in Zweikämpfen. „In defensiven Eins-gegen-Eins-Duellen will ich mich weiter verbessern, zu meinen Stärken gehört meiner Meinung nach mein Offensivdrang“, so seine persönliche Einschätzung.

Die Testspiele helfen uns dabei, auf einem guten Level zu bleiben. Aber das Feeling, wenn es um Punkte geht, ist schon nochmal ein anderes.

Lars Kleiner

So geradlinig, wie der ehrgeizige Hesse seine Gegenspieler auf der rechten Außenbahn reihenweise überläuft, geht er auch außerhalb des Platzes seinen Weg. Aktuell besucht er die zehnte Klasse des Adolf-Reichwein-Gymnasiums in Heusenstamm und visiert das Abitur an. „Das möchte ich durchziehen, um neben dem Fußball auch etwas in der Tasche zu haben“, so der bekennende Sportfreak und Rap-Fan, der ergänzt: „In der Schule läuft es sehr gut. Ich bin dankbar, dass die Lehrerinnen und Lehrer mich unterstützen und auf mich Rücksicht nehmen. So kann ich guten Gewissens den Fokus auf den Fußball richten.“

Nach den vielversprechenden ersten Eindrücken in der U19 hat Lars natürlich Lust auf mehr: „Im Training läuft es top, wir verstehen uns sehr gut. Jeder will sich zeigen, aber keiner meckert und jeder hilft dem anderen. Es macht richtig viel Spaß,“ schwärmt der Rechtsfuß, der in der kommenden Spielzeit wieder auf einen regulären Ligabetrieb hofft und in der A-Junioren Bundesliga Süd/Südwest erfolgreich sein möchte: „Die Testspiele helfen uns dabei, auf einem guten Level zu bleiben. Aber das Feeling, wenn es um Punkte geht, ist schon nochmal ein anderes. Ich hoffe, dass wir das in der kommenden Saison wieder zu spüren bekommen und dann als Mannschaft so viele Spiele wie möglich gewinnen werden.“

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